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Beitrag des Bürgermeisters zum Mitteilungsblatt am 09.04.2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
in den Medien gibt es kaum noch ein anderes Thema und deshalb komme ich in meinem heutigen Beitrag ebenfalls nicht daran vorbei. Ein für das menschliche Auge unsichtbarer Feind hat die Welt fest im Griff. Das Coronavirus mit dem wissenschaftlichen Namen SARS-CoV-2, ist nur 120 bis 160 nm groß und hat doch innerhalb kurzer Zeit riesige Auswirkungen auf das Leben der Menschen auf unserem Planeten verursacht. Durch die Globalisierung kann sich heutzutage ein solches Virus sehr schnell und überall hin verbreiten. Die Folgen sind unübersehbar und leider für viele Menschen tragisch. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal eindringlich darum bitten, die aktuellen Verordnungen zur Verminderung der Ausbreitung der Krankheit einzuhalten. Wir halten Sie über den neuesten Stand auf unserer Homepage der Stadt Zahna-Elster auf dem Laufenden. Weil sich diese Verordnungen fast täglich ändern können, verzichten wir bewusst auf das Abdrucken in unserem Mitteilungsblatt. Der Redaktionsschluss liegt in der Regel ca. 12 Tage vor der Verteilung an die Haushalte.

Solche Epidemien oder Pandemien sind in der Geschichte der Menschheit nichts Neues. Waren es im Mittelalter aufgrund der schlechten hygienischen Zustände Krankheiten wie die Pest und die Cholera, so sind es seit dem vergangenen Jahrhundert vor allem verschiedene Grippearten, die sich ständig verändern. Deshalb ist die Vorbeugung durch Schutzimpfungen nicht immer erfolgreich. Die wohl verheerendste Pandemie gab es zum Ende des ersten Weltkrieges, als die Spanische Grippe weltweit mindestens 40 Millionen Menschenleben kostete. 1957/58 starben an der Asiatischen Grippe ca. vier Millionen Menschen und 1968/69 ca. zwei Millionen an der Hongkong-Grippe. Aus der jüngsten Vergangenheit sind uns allen noch die Vogelgrippe von 2003 (ca. 250 Tote – Übertragung nur von Tier auf Mensch) und die Schweinegrippe (2009, ca. 18.500 Tote) allgegenwärtig. Ähnlich wie im Mittelalter vermutet man selbst in der heutigen Zeit den Ursprung dieser Krankheiten in den schlechten hygienischen Verhältnissen auf den Tiermärkten in Asien oder Mittelamerika bzw. bei Missständen in der Massentierhaltung, wodurch die Viren eben auch von den Tieren auf die Menschen überspringen können. Ich möchte Sie mit diesen Zahlen nicht verängstigen, sondern dazu auffordern, auf eine ausreichende Hygiene zu achten und bei eigenen Krankheitssymptomen den Kontakt zu anderen Personen strikt zu vermeiden. Nur so kann eine weitere Ausbreitung vermieden und unser Gesundheitssystem nicht unnötig belastet werden. Wir alle hoffen, dass die jetzt verordneten Maßnahmen schnell greifen und das „normale Leben“ wieder in unseren Alltag einziehen kann.

Im privaten Bereich sind die momentanen Einschränkungen für jeden Einzelnen unterschiedlich. Aktive Menschen vermissen sicherlich den Kontakt zu anderen Personen und unsere kleinen Mitbewohner den Gang zum Spielplatz oder das Treffen mit Freunden. Nicht wenige Kinder sehnen sich sogar nach der Schule, denn zu Hause allein im Selbststudium zu lernen ist doch anders als in der Gemeinschaft. Das Vereinsleben ist völlig zum Erliegen gekommen. Der Jugendtreff ist geschlossen, kein Film kann im Kino geschaut werden. Zum Glück gibt es noch den Fernseher oder Computer. Ich bin sicher, dass nun auch die gewonnene Freizeit in der Familie genutzt wird, um wieder einmal alte Gesellschaftsspiele aus dem Schrank zu holen. Sollte das Wetter es zulassen, und die momentanen Prognosen geben es her, können Sie die Tage über Ostern zu einem ausgedehnten Spaziergang mit der Familie in die Natur nutzen. Selbstverständlich mit dem entsprechenden Abstand zu anderen Personen. Schlechter sieht es da schon aus, wenn Sie eine größere Familienfeier geplant hatten. Diese wird leider nicht stattfinden können. Aber das ist alles zu verkraften und kann irgendwann nachgeholt werden.

Viel einschneidender sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft weltweit und demzufolge auch auf die Gewerbetreibenden in unserem Stadtgebiet. Abgesehen davon, dass in einigen Betrieben aufgrund der Beschränkungen in der Kinderbetreuung und durch die angeordneten Quarantänemaßnahmen Arbeitskräfte fehlen, mussten viele kleine Unternehmen, hier insbesondere im Gaststätten-, Beherbergungs- oder Reisegewerbe, ihren Betrieb ganz einstellen. Die sonst zahlreichen Radtouristen auf den beiden überregionalen Radwegen, die unsere Stadt durchqueren, werden auf unbestimmte Zeit ganz ausbleiben. Gerade jetzt nach der üblichen Flaute über den Winter, sollte es endlich wieder richtig losgehen. Ich hoffe, dass die zugesagten finanziellen Unterstützungen des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt ohne größeren bürokratischen Aufwand bei den Unternehmen ankommen und alle Betroffenen diese schwere Zeit gut überstehen. Auf der Homepage der Stadt Zahna-Elster, des Landkreises Wittenberg und der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt können Sie dazu Informationen entnehmen und wo immer wir helfen können, werden wir dies gern tun. Weiterhin hoffe ich, dass spätestens im nächsten Monat alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. Denn dann stehen im Stadtgebiet die ersten Dorf- und Heimatfeste an. Das wäre nicht nur gut für alle Gäste dieser Veranstaltungen und für die Organisatoren, die alles schon sehr lange in Vorbereitung haben, sondern auch für den einen oder anderen Versorger. Einen Ausfall gibt es leider schon zu vermelden. Das Park- und Heimatfest in Mühlanger wurde für dieses Jahr von den Organisatoren abgesagt. Andere Vereine denken bereits über eine Verschiebung der Veranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt nach. Ich denke, dass wir in ca. zwei Wochen Klarheit haben werden, wie die Entwicklung dieser Pandemie sein wird, um dann langfristig planen zu können.

Nicht zum Stillstand gekommen ist bisher der Ausbau der Landesstraße in Zahna. Der Winter, der eigentlich gar keiner war, hat zu keinen größeren Behinderungen geführt, so dass der jetzige Bauabschnitt in der Westendstraße bis zur Einmündung der Woltersdorfer Straße so wie ursprünglich geplant bis Ende Mai fertig werden könnte. Für den Neubau der Kindertagesstätte in Zörnigall liegt die Baugenehmigung des Landkreises noch immer nicht vor. Derzeit laufen hier die Abstimmungen mit den Fachplanern zur Gestaltung und Ausstattung der einzelnen Bereiche der Einrichtung. Weiter gearbeitet wird auch an der Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Leetza.

Ein Hinweis in eigener Sache. Die Rathäuser in Zahna und Elster (Elbe) sind bis zur Aufhebung der Kontaktsperren weiterhin geschlossen. In dringenden Fällen ist die Stadtverwaltung trotzdem für Sie zu erreichen. Wenden Sie sich bitte telefonisch an unsere Mitarbeiter, die dann bei Bedarf einen Termin mit Ihnen vereinbaren. In Zahna erreichen Sie das Rathaus unter der Rufnummer 034924-7030 und in Elster (Elbe) unter 035383-7010.

Zum Abschluss meines heutigen Berichtes möchte ich mich persönlich, und ich denke auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, bei denen bedanken, die trotz der Gefahren für die eigene Gesundheit täglich dafür da sind, dass das Leben so gut wie möglich weiter geht. Es sind die Angestellten in den Lebensmittelgeschäften, die Ärzte und Mitarbeiter im Gesundheitsdienst, die Pflegedienste und auch unsere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, die immer zur Stelle sind, wenn Hilfe gebraucht wird.

Bleiben Sie gesund.
Ihr Bürgermeister
Peter Müller

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